forward russia - four

nachschlag aus uk in sachen discopunk.
forward russia aus leeds machen nichts neues, was sie machen aber richtig.
four on the floor, hi-hats, hysterie. das macht spaß und wird mit sicherheit für gehörig
gummiabrieb auf der einen oder anderen tanzfläche sorgen. der nme wählte "twelve" zur single des monats, hat aber glücklicherweise (bisher) darauf verzichtet, die hypemaschine anzuwerfen.
ich halte mich ebenfalls noch zurück, konnte ich doch bisher nur zwei singles hören. habe ja auch mit voxtrot und of montreal schon zweimal "hype" proklamiert, und warte noch auf erfüllung meiner vorhersage, sonst krieg ich bestimmt eins auf die fresse. by the way haben voxtrot gerade eben beim label playlouder unterschrieben; ich rechne mit einer platte zum
ohrenschlackern!
bevor ich aber zu weit abschweife und meine kurze kaffepause mit einem paukenschlag endet, gibt's hier noch den link zu "four", der b-seite der ersten single von forward russia.
[ forward russia! - four ] – four / mp3 / myspace
danielson - did i step on your trumpet?

was denn nun genau hinter danielson steckt, bietet anlass zu wilden spekulationen. eine band - ja sicher. oder auch kunstprojekt? - artwork und bühnenauftritt scheinen hier mehr als bloses beiwerk zu sein... vielleicht aber auch einfach ein großer, von bühne zu bühne ziehender zirkus, in dem die meisten artisten auch noch miteinander verwandt sind.
angeblich soll mr. daniel smith, mastermind hinter danielson, durch eine intensive spirtuelle erfahrung zum musikmachen inspiriert worden sein. stopp! - bitte nicht gleich das browserfenster schließen! keine angst, denn da kommt kein esoquatsch oder in versform gegossene moral-, berg- oder sonstwas-predigten heraus, sondern
verspielt-verquastete, euphorische popmusik.schaut man sich das lineup der band (neben family & friends u.a. auch
sufjan stevens) und die umfangreiche liste der smithschen kollaborationstätigkeit an, kann man aber durchaus praktizierte nächstenliebe unterstellen ;)
so geben sich auf dem aktuellen album "ships" u.a. mitglieder von
deerhoof, half-handed cloud und jens lekmans' band die ehre. je nach quelle - (oder persönlichen naivitätslevel) - waren 20 bis 40 musiker bei den aufnahmen zu 'ships' am werk; und bei "did i step on your trumpet", der ersten single des albums, hört es sich so an, als hätten alle gemeinsam den refrain eingesungen. man stelle sich nur die dicke luft im studio vor!
[ danielson ] - did i step on your trumpet? /
mp3 /
website
the paper chase - we know where you sleep

im letzten jahr haben 'the paper chase' eine split-single zusammen mit den von mir sehr verehrten 'xiu xiu' aufgenommen. darauf covern beide bands jeweils einen song von nick cave.
dem interessierten hörer offenbarte sich spätestens mit diesem release eine gewisse
seelenverwandschaft zwischen den art-noise-rockern aus dallas und der band um soundtüftler jamie stewart.
so verbindet beide nicht nur eine gewisse - bis hin zur 'ästhetisierung' reichende - zuwendung zur dunklen, meisst ins unterbewusste verdrängten,
schattenhaft-irrationalen seite des ichs - auch wie in den songs die verschieden klang- und geräuschebenen verwoben und mit süss-bitteren popmelodien durchsetzt werden, ähnelt sich durchaus. dabei entstehen
fragile, sich oft erst nach mehrmaliger rezeption im kopf des hörers stabilisierende songgebilde, welche dann schließlich - quasi als belohnung für die investierte zeit - ihre
zeitlose schönheit offenbaren. oder eben ein flaues gefühl im magen hinterlassen.
nun haben anfang mai 'the paper chase' ihr
viertes album 'now you are one of us' veröffentlicht. zur platte als ganzes kann ich mich leider noch nicht äussern - warte ich doch noch sehnsüchtig auf die nächste plattenlieferung- doch was ich im netz bereits hören konnte, ist vielversprechend. wer sich selbst überzeugen möchte, kann sich unten 'we know where you sleep' herunterladen, der ersten song des neuen albums,
und kein schlechter. der vollständigkeit halber habe ich noch 'bog people' von xiu xius's 'la foret' verlinkt.
[ the paper chase ] - we know where you sleep /
mp3 [ xiu xiu ] - bog people /
mp3
the lovely feathers - in the valley

was ist blos los in montreal? sind die clubs dort noch trister als hier? erlebt die stadt vielleicht ein grauenhaftes trance-revival, welches die kreative 'jugend' von der tanzfläche in die proberäume treibt, um dort
tanzflächen-burner wie
in the valley zu schreiben?
n' importe quoi! was auch immer hinter dem phänomen der nord-nord-ost-amerikanischen kreativ-explosion stecken mag, es hat genug
energie um nun auch die
erste platte '
hind hind legs' der lovely feathers nach europa zu spülen. release in us/can war ende april, wir in europa bekommen sie seit kurzem im
i-tunes music store und hoffentlich in kürze im plattenladen um die ecke.
seit etwa zwei wochen rotiert 'hind hind legs' jetzt bei mir zu hause – und hat
keine mühe sich gegen die anderen 'großen' release der letzten monate (spinto band, casiotone f.t.p.a.)
durchzusetzen. die songs sind melodiös und gehen direkt ins ohr, überraschen dabei aber oft mit gekonnt eingesetzten tempo/betonungswechsel. insgesamt ist die platte angenehm verrückt-verspielt, dabei aber kein bisschen nervig.
ich erwarte natürlich nicht, dass der geneigte leser nun im blinden vertrauen auf mich seine kreditkarte im i-tunes music store belastet; drum gibt's hier zwei songs vom album zum reinhören:
wenn ich zur zeit schwitzen möchte, dann spiele ich
in the valley auf meinem tragbaren musikplayer an und stürme mit doppelter schrittgeschwindigkeit durch die innenstadt – anrempeln ist auch drin, wenn die straßen voller kids sind – was den zufällig im weg stehenden mtv-kenner vielleicht an das video zu 'bitter sweet symphony' erinnern mag. 'in the valley' geht
direkt nach vorne, treibt einem das schweiß ins gesicht und macht es einem unmöglich still zu halten - ist dabei aber wunderbar
verspielt, quirky, weird – inklusive einem cheesy-zwischenspiel, das erinnerungen an 'our house' / madness weckt. schön mutig und sehr stilsicher.
[ the lovely feathers ] - in the valley /
mp3 /
myspace
antennas - adapt
video killed the mp3! lange habe ich gegrübelt, welcher song denn gegenstand des ersten postings werden soll. so etwas muss natürlich gut überlegt sein - große verantwortung wird er tragen müssen, dieser song. dient er doch quasi als "pilot-film" für '
von pop'. und die geschichte der nach dem pilot abgesägten tv-serien wäre sicher lang - würde sich denn überhaupt jemand die mühe machen, sie niederzuschreiben.
die wahl viel schließlich auf das wunderbare "adapt!", kennengelernt anfang märz via
music for robots, und seitdem ständig im ohr und in allen meinen playlists vertreten. liebe antennas, ihr habt wirklich eine wunderbare wahl bezüglich der
ersten zweiten singleauskopplung eures debut-albums getroffen - schenkt ihr uns doch eine feines, süchtigmachendes
pop-zuckerl.
gekonnt wird hier die spannung vom pluckern am anfang, über den einsatz der gittare und den melancholisch-sehnsuchtsvollen strophen dramatisch aufgebaut - um dann durch den
euphorischen ausbruch im lange hinausgezögerten refrain wunderschön aufgelöst zu werden- "shape up"!. was für ein guter popsong und hoffentlich auch ein guter start für 'von pop'.
[ antennas ] - adapt /
mp3 /
video /
myspace
pop's not dead
Oh no, pop is dead
Long live pop.
It died an ugly death,
By back catalogue.
And know you know it gets you nowhere,
And now you know you realise.
Oh no, pop is dead
It just gave up,
We raise the dead but they won't stand up.
And radio have salmonella,
And now you know you gotta die.
It left this message for us.
radiohead - pop is dead
so, pop ist also tot. aber in jeder anständigen erbmonarchie gilt: just in der sekunde, in der der monarch den löffel abgibt, geht die königswürde auf seinen nachfolger über - "es lebe der könig".
die auseinandersetzung mit popmusik und -kultur ist eine endlose geschichte. so wie sisyphos den stein immer wieder von neuem den berg hinaufrollt, nur um dann festzustellen: "damn-ich bin oben. also wieder unten. packen wirs an" gibt es immer noch diese oder jene platte, erfahrung, oder den 'einen' sound zu entdecken oder nachzuholen.
aufgrund dieses in unendlichkeit ausgedehnten erfahrungsspielraums - das stelle ich jetzt mal so in den raum - hat selbst dieser/dieses vielleicht hunderttaussendste musikblog seine daseinsberechtigung.